Geschichtliches über die Schützen
Vor
langer, langer Zeit, um genau zu sein im 12. Jahrhundert, schlossen sich Bürger
zu Gilden, Gesellschaften und auch Bruderschaften zusammen, um ihre Familien,
ihr Hab und Gut, ihre Dörfer und Städte vor Neidern und untereinander
rivalisierenden Adligen zu schützen. Ausschlaggebend hierfür war wohl der
Verfall des Kaisertums und die dadurch resultierenden Veränderungen im Lande.
Städte blühten auf und der Stellenwert der Heimatverteidigung wurde immer höher.
Somit bildeten sich schlagkräftige Bürgerwehren die von den Städten gefördert
und mit Privilegien ausgestattet wurden. Diese Bürgerwehren, zum großen Teil als
kirchliche, handwerkliche und bürgerliche Not- und Schutzgemeinschaft gegründet,
hatten aber auch weitere Pflichten übernommen. Sie setzten sich bei Bränden und
Katastrophen für ihre Mitmenschen ein und griffen in Not geratenen Bürgern durch
Geld und Sachgaben unter die Arme.
Natürlich wurden den Bürgerwehren schon damals strenge Regeln auferlegt die aus
den großen Begriffen wie Sitte, Brauchtum und Heimattreue hervorgingen.
Die aus den gemeinsamen Schießübungen der Schützen hervorgehenden Geflogenheiten
und Rechte wurden in so genannte „Stauten“ oder „Ordnungen“ festgeschrieben.
Hieraus ging z.B. auch hervor, dass eine Mitgliedschaft von der Herkunft und dem
guten Ruf abhängig war. Übelbeleumdete wurden erst gar nicht aufgenommen.
Nach
dem Dreißigjährigen Krieg wurde es dann aber still um die Schützen. Erst zu
beginn des 19. Jahrhunderts kann man von einer Erneuerung des Schützenwesens
sprechen. Es wurden Vereine und Gesellschaften gegründet, in denen sich das
Bürgertum auf die Pflege alter Schützentraditionen besann.
Viele deutsche Schützen vereinigten sich zu einem Bund und so erfolgte am 11.
Juli 1861 die Gründung des Deutschen Schützenbundes in Gotha.
Das erste Deutsche Bundesschießen fand 1862 in Frankfurt am Main statt, an dem
Schützen aus allen Landesmannschaften und dem benachbarten Ausland teilnahmen.
Nach dem Bogen, der Armbrust und dem Vorderlader begann nun die Ära der
Hinterladergewehre und der Pistolen mit gezogenen Läufen. Man stellte nämlich
fest, dass man mit einem gezogenen Lauf präziser schießt, als mit einem glatten
Lauf.
Der Gedanke, das Schießen als Sport anzusehen, setzte sich immer mehr durch, und
im Rahmen der Sportbewegung wurde das Schießen zum Wettkampfsport.
Weltmeisterschaften im Schießen werden seit 1890 ausgetragen und seit 1896 ist
das Schießen olympische Disziplin.
Nach
der einstigen Zielsetzung der Heimatverteidigung und der patriotischen
Vaterlandsliebe hat die große Passion des Sportes auch das Schützentum mit
voller Macht ergriffen. Schießen ist heute eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung,
bei der aber trotzdem die gewachsenen Traditionen gepflegt werden. Um 1920
wurden Kleinkalibergewehre und Pistolen immer beliebter. Die Munition gegenüber
großkalibrigen Waffen war bedeutend billiger und die außerordentliche Präzision
ließ die Zahl der Schützen rapide wachsen. Auch die Kosten für die Schießstände
waren wesentlich geringer, da man nur noch 50 Meter gegenüber der früheren 175
Metern benötigte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Ära der Luftgewehre. Da die
Kleinkalibergewehre nach dem Krieg verboten wurden, entwickelten die deutschen
Waffenhersteller Luftgewehre, die den Kleinkalibergewehren in ihrer Präzision in
keiner Weise nachstanden. Und somit konnten sie auch zu sportlichem
Wettkampfschießen genutzt werden. Um 1950 wurde das Luftgewehr und später auch
die Luftpistole in den Vereinen immer beliebter. Auch als später die
Kleinkaliberwaffen wieder erlaubt wurden, konnten diese den Luftdruckwaffen
nicht den Rang ablaufen. Das Schießen mit Luftdruckwaffen war auch maßgeblich an
dem Mitgliederzuwachs der Vereine und Landesverbände beteiligt. Daran hat sich
auch bis heute nichts geändert. Das Luftgewehr ist immer noch das Sportgerät Nr.
1 für die Schützen.